Surround White Papers

Surround Verfahren

Autor: Gerd Jüngling - Copyright: Alle Rechte vorbehalten
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Historische Entwicklung
Nach der Einführung des Stereo-Verfahrens in den Sechzigern des vergangenen Jahrhunderts wurden immer wieder Versuche unternommen, die Natürlichkeit von elektroakustischen Darbietungen durch die Verwendung von weiteren Kanälen zu verbessern. In den siebziger Jahren scheiterte der Versuch der Einführung der Quadrofonie kläglich. Dieses als erweiternde Ablösung für die Stereofonie gedachte Verfahren konnte sich damals aus vielerlei Gründen nicht durchsetzen. Die Ursachen dafür lagen sicherlich nicht zuletzt in der mangelnden Bereitschaft der Konsumenten, noch mehr Lautsprecher im Wohnzimmer aufzustellen und diese vorher auch noch zu bezahlen. Sicherlich waren auch die Speichermedien damals nicht auf einem Stand, der die Attraktivität des Verfahrens erhöht hätte. Seither fristen die Quadrofonie und weitere Verfahren zur mehrkanaligen Übertragung ein recht trostloses Dasein als Außenseiter. Im Bereich der experimentellen Musik wurde und wird Quadrofonie benutzt; das ebenfalls damals propagierte Kunstkopfverfahren ist heute fast in Vergessenheit geraten.

Mehrkanal-Verfahren beim Filmton
Lediglich im Filmtonbereich konnten sich mehrkanalige Verfahren durchsetzen, da hier die konventionelle Stereophonie, wie wir später noch erläutern werden, zu nicht befriedigenden Ergebnissen führt. Auch in diesem Bereich gab es nach der Einführung von ®Dolby Stereo über viele Jahren nichts Neues. Erneut aktuell wurde das Thema der vielkanaligen Übertragung erst durch die Diskussion um die Einführung von HDTV, PAL+ und die hier benutzten Tonverfahren in der ersten Hälfte der neunziger Jahre. Nachdem HDTV mit einem 5-Kanal-Tonverfahren sich nicht durchsetzen konnte und für das europäische PAL+ Verfahren ®Dolby Surround gewählt wurde, sah es zunächst so aus, als wenn dieses auf dem altbekannten ®Dolby Stereo beruhende Verfahren sich nun durchsetzen würde. Die Vorzeichen waren allesamt gut, da durch die Vielzahl von in ®Dolby Stereo seit den 70er Jahren produzierten Filmen eine Unmenge von Programmmaterial und Soundtracks zur Verfügung standen. Durch die Codierung der 4 Kanäle dieses Verfahrens in ein halbwegs stereokompatibles 2-Kanal Signal waren von vornherein die meisten Probleme, die eine Einführung der Quadrofonie und des Kunstkopfverfahrens blockiert hatten gar nicht vorhanden. Trotz dieser guten Voraussetzungen konnte sich ®Dolby Surround jedoch nicht durchsetzen, was wahrscheinlich an der mangelnden Bereitschaft der Konsumenten zum Kauf solcher Anlagen begründet war. Insofern spielte und spielt das Encoder-Decoder Verfahren ®Dolby Surround nach wie vor eine Nebenrolle.

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