Surround White Papers

LFE und Subwoofer

Autor: Gerd Jüngling - Copyright: Alle Rechte vorbehalten
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Begriffswirrwarr
Für die Musikproduktion spielt der LFE keine nennenswerte Rolle, da, wie auf Seite 1 erläutert, der LFE beim 5.1-Verfahren ein Geräuschkanal und kein Subwoofer Kanal ist. In der Praxis ist diese saubere Trennung allerdings nicht vorhanden. Während man im Produktionsbereich davon ausgehen kann, dass zumindest eine diskrete Abhöranlage für 5.1 Surround mit 6 Lautsprechern vorhanden ist, ist dies beim 'Endverbraucher' die absolute Ausnahme.

Die normale 5.1 Surround Anlage für das Wohnzimmer besteht aus einem Subwoofer und 5 Mittelhochtonsystemen. Da viele der real existierenden Surroundanlagen keine reinen Audioanlagen sind, sondern in Verbindung mit Videogeräten oder Fernsehern realisiert sind, hat sich offenbar ein gewisser Standard eingebürgert, der darauf hinausläuft, dass der Subwoofer und der Mittel-Hochtöner für den Centerkanal mit dem Fernsehbildschirm zusammengebaut wird und 4 weitere kleine Mittel-Hochtonsysteme für die restlichen Kanäle irgendwo im Raum aufgestellt werden. Bei größeren Anlagen mit höherer Leistung wird der Subwoofer wegen des benötigten Volumens separat aufgestellt.

Die Grenzfrequenz zwischen Subwoofer und den Mittel-Hochtonsystemen muss aus hörphysiologischen Gründen unter 300 Hz liegen, weil ab 300 Hz eine Ortung möglich ist. Für ein 'gutes' Subwoofer System sollte man natürlich eine deutlich niedrigere Eckfrequenz anstreben. In der Praxis bedeutet aber eine niedrigere Eckfrequenz, dass die Mittelhochtonsysteme auch eine niedrigere untere Grenzfrequenz haben müssen und damit auch die Endstufen für diese Systeme größer dimensioniert werden müssen. Je niedriger die Subwoofer-Grenzfrequenz also ist, umso höher sind die Gesamtkosten. Dies führt ganz zwangsläufig dazu, dass die gewählte Übergangsfrequenz vom Anlagenpreis abhängig ist.

Subwoofer Problematik
In Verbindung mit dem Subwoofer Prinzip der meisten Heimanlagen tritt zusätzlich das Problem auf, das über diesen Subwoofer nun die saubere Trennung zwischen tieffrequenten Geräuschen (LFE) und Musik (über die Hauptkanäle) verwischt wird. Im Wohnzimmer landet dann alles auf dem gleichem Subwoofer, dessen Eckfrequenz nicht bekannt ist. Ebenso wenig bekannt sind natürlich die Eigenschaften der Frequenzweiche, deren Flankensteilheit und deren Phasengang.

Diese Tatsache stellt eines der größten Probleme in der Surround Mischtechnik für 'zu Hause' dar, da eine im Studio auf einem Abhörsystem mit 6 diskreten Lautsprechern und sauberer Trennung zwischen den Hauptkanälen und dem LFE abgehörte Mischung dramatisch anders klingen kann, als auf einem billigen Heimsystem mit winzigen Mittel-Hochsystemen und einem Subwoofer mit viel zu hoher Eckfrequenz. Die hierzu erforderlichen Abhörkontrollen während der Mischung führen zur Notwendigkeit eines sogenannten Bassmanagement-Systems bzw. Bass Redirectors.   

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