Surround White Papers
Divergenz
Autor: Gerd Jüngling - Copyright: Alle Rechte vorbehalten
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In Verbindung mit der Panorama-Regelung von Surround Signalen taucht der Begriff Divergenz, in der Regel ohne eine tiefer gehende Erklärung der Hintergründe auf. Hier ist der Begriff selbst, wie auch die praktische Bedeutung und die mit Divergenz verbundene Regelung erläutert.

Definition von Divergenz
Ich möchte Ihnen die mathematische Definition des Begriffs Divergenz eigentlich gerne ersparen. Diese Definition ist aber eine verbale Kostbarkeit, die man zumindest einmal gelesen haben muss:

Divergenz ist die Funktion eines Verktorfeldes. Wird dieses Feld als Strömungsfeld verstanden, so bezeichnet die Divergenz eine Tendenz für jede einzelne Stelle an, zu diesem Punkt hin- oder von ihm wegzufließen.

Na, alles klar?

Divergenz in Verbindung mit Surround
Glücklicherweise ist die Definition von Divergenz, soweit es Surround Verfahren betrifft, wesentlich einfacher.

Da die Verhältnisse der Pegel der drei Frontkanäle Links, Center und Rechts nicht nur die Richtung, aus der ein Signal geortet wird, sondern auch den Breiteneindruck bestimmen, ist ein erforderlich beide Parameter, Richtung und Breite, für die Anpassung eines Surround-Signals an das Bild einzubeziehen. Während das Pan-Pot hierbei die Richtungsregelung übernimmt, ist der Divergenz-Regler für die Veränderung der Breite zuständig.

Für eine anschauliche Erklärung hier ein paar Beispiele.

Punktförmige Schallquellen
Wir nehmen an, dass ein Zuschauer vor einer Leinwand sitzt, auf der ein Auto aus großer Entfernung aufgenommen von links nach rechts langsam über die gesamte Breite der Leinwand fährt. Das Motorengeräusch soll natürlich dem optischen Eindruck entsprechen. Da das Auto im Verhältnis zum gesamten Bild sehr klein ist, können wir es als punktförmige Schallquelle betrachten. Logischerweise muss während der Fahrt von links nach rechts zunächst nur der linke Frontkanal angesteuert werden. Auf dem Weg von links außen bis zur Mitte muss dann die Lautstärke des linken Kanals abnehmen während der Center-Kanal gleichzeitig aufgeregelt wird. Im weiteren Verlauf muss der Center-Kanal wieder leiser werden, während gleichzeitig der rechte Kanal überlappend aufgeregelt wird. Wenn das Auto aus dem Bild verschwindet, ist nur noch der rechte Kanal aktiv.

Raffen wir den gesamten Ablauf einmal auf 5 Punkte, die gleichmäßig über die Leinwand verteilt, sind in einer Tabelle zusammen.

Position: LINKS 50 % LINKS MITTE 50 % RECHTS RECHTS
Position des Autos LINKS AUSSEN HALB LINKS MITTE HALB RECHTS RECHTS AUSSEN
Pan-Pot Stellung L 10 Uhr Mitte 2 Uhr R
Pegel L/C/R
(dB)
(- = Aus)
0/-/- -6/-6/- -/0/- -/-6/-6 -/-/0

Regelverhalten bei punktförmigen Schallquellen
Das Regelverhalten entspricht dem von zwei 'normalen'  Panorama- Potentiometern die 'aneinander gebaut' sind. Pan-Pot 1 regelt von Links nach Center und Pan-Pot 2 regelt von Center nach Rechts. In allen Positionen ab der Mitte ist, je nach der Drehrichtung, der rechts oder linke Kanal immer stumm geschaltet.

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