Surround White Papers
Dynamik-Bearbeitung von Surround Programm

Autor: Gerd Jüngling - Copyright: Alle Rechte vorbehalten
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Die Verkopplung mehrkanalig arbeitender Regelverstärker
Für mehrkanalig arbeitende Regelverstärker ist eine Verkopplung der Regelung der einzelnen Kanäle Pflicht. Dies ist am einfachsten anhand des Stereokompressors zu verstehen. Wenn man anstelle eines verkoppelten Stereokompressors zwei Mono-Kompressoren verwendet, regelt jeder Kanal einzeln nach dem augenblicklichen Pegel. Dadurch sind die Verstärkungen in beiden Kanälen jedoch nie exakt gleich. Da die Ortung des Signals im Wesentlichen vom Pegelverhältnis links/rechts abhängig ist, ändert sich permanent die Position der einzelnen Schallquellen auf der Stereobasis. So geht es also nicht. In jedem Fall ist es notwendig, beide Kanäle um den gleichen Betrag zu regeln, um eine Veränderung der Richtung zu verhindern. Benutzt man für die Steuerung der Regelung nur einen Kanal, so werden auch nur die Signalanteile dieses Kanals sind in die Regelung eingehen. Ein Solo auf der linken Seite des Stereopanoramas wird das Signal nicht herunterregeln, wenn die Regelung nur vom rechten Kanal bewirkt wird. Es müssen also immer beide Kanäle zusammen die Regelung bewirken. Dies muss auf die Art geschehen, dass immer der jeweils lautere der beiden Kanäle die für beide Kanäle gleiche Regelung bestimmt. Hierzu müssen zwei getrennte Steuerspannungskonverter vorhanden sein, die nach der Konvertierung zu einer Regelgröße zusammengeführt werden. Mischt man die beiden Stereokanäle vor der Konvertierung zusammen, so wird die Regelung von der Korrelation beider Kanäle direkt abhängig. Regelt man ein 'breites' Stereosignal mit einer Korrelation nahe 0, so spricht die Regelung erst bei viel höheren Pegeln an, als bei einem kohärenten Mono-Signal, bei dem beide Kanäle in Pegel und Phase gleich sind.

Auch beim Expander muss der Kanal mit dem höchsten augenblicklichen Pegel die Regelung bestimmen. Dies wird, obwohl es im ersten Moment unlogisch erscheint, an einem einfachen Beispiel klar. Wenn der Pegel eines Kanals wegfällt und der andere Kanal noch Signal führt, würde der Expander bereits abregeln und den Kanal der Signal führt ebenfalls ausblenden.

Besonderheiten bei 5.1
Die Bearbeitung von 5.1 Signalen hat einige besondere Probleme. Am einfachsten zu bewältigen ist der in der Front zusätzlich vorhandene Centerkanal. Hierzu ist es nur notwendig, die Regelschaltung um einen Kanal zu erweitern und zusätzlich einen weiteren Steuerspannungskonverter hinzuzufügen. Sonst ändert sich gegenüber einer Stereobearbeitung nichts. Nun bestimmt der jeweils lauteste der drei Frontkanäle die Regelung.

Anders verhält es sich mit den Surroundkanälen. Theoretisch müsste man auch diese rückwärtigen Kanäle gleich mitregeln. Ebenso theoretisch müssten diese Kanäle auch die Frontkanäle dann herunterregeln, wenn dort Spitzenpegel auftreten. In der Praxis verhält es sich jedoch anders. Vom Gehöreindruck her wird eine Abregelung der Rückkanäle im Maß der Frontkanäle eher als verwirrend empfunden. Dies ist in erster Linie dann der Fall, wenn die Rückkanäle nur Rauminformationen wie Hall führen. Ist jedoch das Programm so beschaffen, dass alle 5 Kanäle mit Originalsignalen beaufschlagt sind; die Band also mitten im Raum spielt, muss wiederum die Regelung alle 5 Kanäle gleichbehandeln. Dies gilt unbedingt für einen Kompressor und bedingt auch für den Expanderteil, nicht jedoch für den Limiter.

Da der Limiter als Spitzenbegrenzer zur Vermeidung von Übersteuerungen eingesetzt wird, ist er nur dann sinnvoll, wenn er alle Kanäle gleich regelt und auch auf Pegel in allen Kanälen gleich reagiert.

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